Im späten 16. Jahrhundert erlebten die Doppelrohrblattinstrumente eine kaum vorstellbare Blütezeit: Michael Praetorius, der Hofkapellmeister des Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel, hielt sie 1619 in seinem berühmten Theatrum Instrumentorum für die Nachwelt fest. Über viele Jahrhunderte hinweg dominierten Schalmei und Pommer, während ihre leisere Schwester, die Douçaine, eher im Verborgenen blieb. Doch zu Beginn des 16. Jahrhunderts setzte bei den Instrumentenbauern eine Welle von Kreativität und Experimentierfreude ein: Sie schufen nicht nur größere Varianten der bekannten Instrumente, sondern wagten sich auch an kühne Neuerfindungen, die sie jeweils in Familien von Instrumenten verschiedener Längen bauten, um mehrstimmige Musik darauf spielbar zu machen. So entstanden Dulzian, Rankett und Krummhorn, um nur einige zu nennen. All diese faszinierenden, heutzutage nur sehr selten zu hörenden Klänge erweckt das Basler Bläserensemble Mediva mit lebensfrohen Tanzsätzen aus der 1612 publizierten Sammlung Terpsichore von Michael Praetorius, die den Namen der griechischen Muse des Tanzes trägt, zu neuem Leben. An der weltberühmten, klangfarbenprächtigen Renaissance-Orgel des Ravensburger Meisters Jörg Ebert aus dem Jahr 1558 lässt Peter Waldner lebhafte Tanzsätze von Tielman Susato und Elias Nicolaus Ammerbach erklingen. Tauchen Sie mit uns in die lebendig farbenfrohe Klangwelt der Renaissance ein!
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Mediva
Maruša Brezavšček
Silke Gwendolyn Schulze
Melissa Sandel & Adrien Reboisson – Pommer, Dulzian, Dolzaina, Bassanello, Rankett, Krummhorn, Sourdun & Blockflöte
Maxime Fiorani – Perkussionsinstrumente
Ann Allen – Doppelrohrblattinstrumente & Leitung
Peter Waldner – Ebert-Orgel